Eigentlich hatte ich ja gar nicht vor, dieses Wochenende schon wieder einen Bericht zu schreiben, und dieser wird auch nicht lang werden (Anmerkung nach Fertigstellung: muahahah… *lol*). Aber so ein paar Sätze fallen mir zum vergangenen Wochenende doch durchaus ein!

Vorab vielleicht noch kurz zur Erklärung: Ja, ich hab das Stück jetzt viermal gesehen. Das ist extrem viel, und nee, eigentlich war es nicht so geplant – der ursprüngliche Gedanke war, dass ich es zweimal sehen will, um es auch wirklich verstehen zu können. Allerdings war da dann plötzlich die Wahl zwischen dem Premierenwochenende und den Fanvorstellungen, und verschiedene Leute haben die Tickets gekauft – und zwar jeweils zwei, weil wir’s ja zweimal sehen wollten, ne? =;-) Und ohne jede Frage: Besser ging’s nicht! Ich war vorher ja selbst skeptisch, ob viermal nicht übertrieben ist… aber nee, das Stück ist so toll und beeindruckend, dass ich es mir auch noch öfter angucken würde. Und dass ich gerade suche, wie ich vielleicht noch eine Vorstellung in Oslo besuchen kann… =;-)

Was ich echt interessant fand, war, wie sehr sich die Vorstellungen unterscheiden. Eigentlich passiert ja jeden Tag genau dasselbe – aber in Details gibt es doch immer wieder Unterschiede. Manche Sachen bemerkt man einfach nicht jedes Mal, andere sind aber definitiv immer ein kleines bisschen unterschiedlich! Auch die Formulierungen und Wortwahl unterscheiden sich teilweise doch recht stark, das hatte ich nicht erwartet. Und besonders eindrucksvoll ist es, wenn man plötzlich etwas ganz Neues auf der Bühne wahrnimmt, was zwar auch in allen anderen Vorstellungen vorher (vermutlich) ganz genauso stattgefunden hat, was man aber nicht mitbekommen hat. So konnte ich auch bei der vierten Vorstellung noch Neues entdecken – ganz abgesehen von kleinen Details der Story, die man vorher zwar gesehen, denen man aber keine Bedeutung beigemessen hat. Beispielsweise (SPOILERWARNUNG!) stirbt ja Monello bei Djevelens Orkester, als Lucifer ihm ihren Atem ins Gesicht bläst, während Vicente überlebt – warum lässt sie ihn am Leben? Nun ja… er hat noch seine Gasmaske auf! Oder der Rosenkranz, den Victoria Sonny zu Beginn des Stückes in die Hand drückt und der ihn offenbar vor Lucifer bzw. dem Tod beschützt, bis er ihn ihr verächtlich vor die Füße wirft – und zwei Sekunden später erschossen wird.

Interessant fand ich aber auch, dass es durchaus “gute” und “schlechte” Vorstellungen gibt. Die zweite Fanvorstellung war qualitativ nämlich deutlich schlechter als die anderen Vorstellungen – keine Ahnung, woran das lag, aber viele Gags und inhaltlich wichtige Stellen sind untergegangen und wurden nicht so deutlich dargestellt wie in den anderen Vorstellungen. Das hat dem Gesamteindruck keinesfalls geschadet; ich fand aber trotzdem interessant, wie sehr man das merkt, wenn man schon andere Vorstellungen gesehen hat. Was aber super eindrucksvoll war, war die Reaktion des Publikums nach Ende des Stückes, denn das war reiner Wahnsinn. Nach der Premiere war das Publikum ja auch sehr enthusiastisch, aber nach den Fanvorstellungen: Wow! Klar, das war konzertgewohntes Publikum. Also wurde nicht nur geklatscht, sondern natürlich auch geschrien. Das war doch um einiges lauter als bei den anderen Vorstellungen – und das konnte man den Schauspielern auf der Bühne auch sofort anmerken, dass sie total geflashed waren. =:-)

So, nun noch kurz zu den Besonderheiten der Fanvorstellungen: Vor Beginn des Stückes kam an beiden Abenden zuerst Helge heraus und spielte ein wenig auf dem Klavier, bis dann Tore Renberg, Geir Zahl und Vegar Hoel (Sonny) hinzukamen und von Jan Zahl interviewt wurden. Dass am zweiten Abend Tore Geir beim rauskommen die Bühnentür vor der Nase zuknallte, ist ja hier nicht erwähnenswert… äh, zu spät, hups. *g*
Auf jeden Fall war dieses Interview sehr unterhaltsam – am ersten Abend eher “formell”, am zweiten Abend deutlich humorvoller und amüsanter. Inhaltlich kam nicht wirklich viel Neues rüber, interessant war es aber auf jeden Fall! Auch wenn die meisten Antworten nicht allzu viele echte Aussagen enthielten – Geir hat z.B. keine Ahnung, wie das Kaizers-Universum überhaupt zustande gekommen ist (“Das weiß nur ein Mann, und der ist nicht hier.”), die Geschichte und überhaupt die meisten Entscheidungen bezüglich des Stückes entwickelten sich über die Zeit in Zusammenarbeit zwischen Tore Renberg und Kaizers, da gab es keine klaren “wer ist für was verantworlich”-Strukturen. Tore als Fan wurde schnell klar, was insbesondere Janove unbedingt im Stück drinhaben wollte, und grundsätzlich sollte die Geschichte die drei Bereiche Krieg/Widerstand, Mafia und “nach dem Krieg” beinhalten (was ja auch logisch ist, da genau das die drei Alben widerspiegelt). Das dann aus der Hand zu geben war für Kaizers natürlich schon ein gewisses Risiko, aber durchaus kalkulierbar, da sie Tore als Fan ja kannten und da Mitbestimmungsmöglichkeiten hatten. Zudem haben sie die Musik für das Stück ja selbst eingespielt; nur die Schauspieler haben das Singen übernommen. Das Stück, so wie Tore es abgeliefert hat, veränderte sich dann natürlich noch weiter, als die Schauspieler übernommen haben.

Danach war dann Zeit für Fragen aus dem Publikum – damit überrumpelte Jan am ersten Abend die Zuschauer, sodass kaum etwas gefragt wurde. Und meine extra ausgedachte und gedanklich vorformulierte Frage für den zweiten Abend stellte Jan dann fast wörtlich als erste “offizielle” Frage – na danke auch. *lol* Nämlich die Huhn/Ei-Frage: Stand zuerst fest, welche Lieder unbedingt rein sollen, oder ging es zuerst ausschließlich um die Geschichte, und dann wurden die passenden Lieder reingesetzt? Auch hier lag die Antwort in der Mitte; bei ein paar Lieder war natürlich klar, dass die drin sein mussten, aber es sind durchaus auch Lieder rausgefallen, weil sie einfach nicht sinnvoll reingeflickt werden konnten.

Dann noch ein bisschen Rumgewitzel mit Helge (der die an ihn gerichtete Frage natürlich mit eisernem Schweigen beantwortete), und dann war es Zeit fürs Stück! Am ersten Abend saßen Helge und Geir im Zuschauerraum und sahen sich das Stück noch einmal an, bevor sie in der Pause für die zufällig ausgewählten Gewinner Programme und Poster signierten, am zweiten Abend verschwanden sie aber direkt nach dem Interview. Das und die Tatsache, dass Janove nicht dabei war (obwohl das ja beim Ticketverkauf angekündigt war), führte doch bei manchen zu einem gewissen Unmut – völlig verständlich. Genauso wie es natürlich auch verständlich ist, dass Janove mal ein freies Wochenende verdient hat oder Geir und Helge vielleicht nicht so wild darauf sind, in der Pause mit Autogramm- und Fotowünschen überrannt zu werden… dennoch, so wirklich “fair” war das nicht, denn es war ja anders angekündigt.

Unserer Stimmung tat das indes keinen Abbruch. Schließlich waren bei den Fanvorstellungen auch viele viele liebe Leute da, die man endlich mal wieder gesehen hat (hey, die letzte Tour ist schon mehr als ein halbes Jahr her! *gg*), und natürlich ging’s danach noch ins Cementen. Resultat: Ein Großteil der Kaizer-Fan-Familie versammelt, lange Diskussionen über das Stück, erste Planungen für die anstehende Tour und natürlich jede Menge alter Geschichten und Blödeleien. Hach – schöööööön war’s! =:-)

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