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Äh ja, wo fang ich an? Beim “Juchhu, endlich wieder Kaizers!”? Beim Schlamm? Beim Hoch auf die Sonnengötter?

Oder vielleicht doch lieber mit dem Disclaimer: Ich bin grundsätzlich kein Festivalfan. Da ich aber Konzertjunkie-bedingt doch immer wieder auf Festivals lande, kenne ich mich damit recht gut aus. Und eins ist völlig klar: Das Southside ist das am schlechtesten organisierte Großfestival in Deutschland! Sicherheit ist dort ein Fremdwort; bei meinen letzten Besuchen habe ich mehrfach Situationen erlebt, wo nur durch Glück niemand zerdrückt oder anders ernsthaft verletzt wurde. Dieses Jahr habe ich sowas Gott sei Dank nicht zu sehen bekommen, wobei ich aber auch nur knapp fünf Stunden da war.

In diesem Jahr war das Problem dafür der Schlamm (wie letztes Jahr übrigens auch schon). Es hatte den kompletten Freitag durchgeregnet, und dementsprechend aufgeweicht war natürlich der Boden. Und die Veranstalter taten NICHTS dagegen. Nein, ich erwarte kein schlammfreies Festival. Ja, ich hatte Gummistiefel, und ich hab nach anderen Festivals schon viel schlimmer ausgesehen. Aber dass es den Veranstaltern offenbar völlig egal war, dass alle Festivalbesucher auf den Hauptwegen durch knöcheltiefen Schlamm waten mussten, ist erschreckend. Es gibt Stroh, Matten, Platten – damit kann kein komplettes Gelände versorgt werden, aber man kann zumindest zeigen, dass man VERSUCHT, sich um die Besucher zu kümmern. Oder eben nicht.

So, genug gemeckert. Aber ein Southside-Bericht OHNE meckern geht halt leider nicht. *seufz* Immerhin war der gesamte Besuch diesmal sehr lustig und entspannt, im Gegensatz zum letzten “kommen wir hier lebend noch mal raus”.

Kaizers also! Nach zweieinhalb Monaten endlich wieder vor mir auf der Bühne! Vornedran füllte es sich ganz ordentlich, zumindest vor der linken Bühnenseite – vor der rechten war ein… See. (Nu ja, ich hab schon Bäume in der ersten Reihe stehen sehen, ich bin einiges gewohnt. *g*)

Los ging es mit dem Russian Dance als Intro – finde ich gut, dass sie den für die Festivals wieder verwenden. Und für mich erst mal die Erkenntnis, dass Festivalkonzerte halt doch nicht mit Club-Konzerten zu verwechseln sind. Im Publikum völlig tote Hose beim Intro, und auch als Omen mit Gasmaske auf die Bühne spazierte, regte sich nicht viel. Ein bisschen Applaus gab es, aber die ersten beiden Lieder (Ompa til du dør und Bøn fra helvete) wurden doch SEHR reserviert entgegengenommen. Das ließ mich Schlimmes befürchten…

Beim darauffolgenden Delikatessen wachte das Publikum dann aber doch langsam aber sicher auf. Und dann… kam die Sonne raus! Kaizers machten ihrem Ruf als Sonnengötter also wieder alle Ehre! Erste Reaktion: “Oh, das tut uns jetzt aber leid mit der Sonne, das ist immer so blöd, wenn man da reingucken muss…” Später im Konzert verkündete der Jackal dann aber, dass sie die Sonne extra für uns aus Norwegen mitgebracht hätten. “Ach, keine Ursache, nichts zu danken! Ihr könnt sie behalten!” Äh… danke! Ich bring sie dann zum Øya-Festival mit zurück, ja? =;-)

Weiter ging’s mit den neuen Liedern, zuerst “Din kjole lukter bensin, mor”, dann “Eins für das Orgel und eins für mich” (was absolut super ankam!) und zum Schluss noch “Svarte katter & flosshatter”. Die Stimmung war super, das Publikum extrem laut, und es wurde auch immer voller – wobei ich allerdings recht weit vorne stand und daher nicht so den Überblick hatte. Aber bei der Lautstärke müssen da EINIGE auf dem Weg zur anderen Bühne hängengeblieben sein… =:-D

Dann Kontroll på kontinentet mit ausführlicher Bandvorstellung und viel (und lautem) Mitsingen, bevor es Zeit für Gypsy war. Und es war offensichtlich, dass zumindest vorne viele genau darauf gewartet hatten. Dementsprechend ging es dann auch bei Sigøynerblod und Bak et halleluja ab, inklusive Klatschen, Singen und Schlammpogo, versteht sich! Zum Abschluss noch Maestro, was auch total gefeiert wurde, und 170.

Yeah! Und ein weiteres Festival im Sturm erobert. Da bin ich ja echt mal auf die Presse gespannt!

Geredet wurde hauptsächlich übers Wetter, und natürlich wurde gefragt, wer Kaizers schon mal gesehen hatte, aber viel Berichtenswertes gab es da nicht. Brauchte es aber auch gar nicht, ich bin ja total happy, wenn Kaizers es mal wieder schaffen, ein Publikum innerhalb einer knappen Stunde voll und ganz für sich zu gewinnen. Und das haben sie wieder mal perfekt geschafft! Ach ja, was sehr schade war, war die Kameraführung bei Svarte Katter – in Omens “ich habe gerade ins Megaphon geschrien und kämme mir jetzt erst mal die Haare, bevor ich weiterspiele”-Pause wechselte die Kameraeinstellung zwar alle paar Sekunden… aber Omen war kein einziges Mal im Bild. Effekt versemmelt. =:-/

Ist aber niemandem aufgefallen. =;-) Genau wie das “… sold a few horses, got a decent name”. *lol* Und bevor ich jetzt anfange, alle Mini-Pannen aufzuzählen, betone ich lieber noch mal, wie schön es war, dass Kaizers durch harte Arbeit (denn am Anfang war’s echt nicht einfach!) das Publikum zu 100% von sich überzeugen konnten. Hach, sie haben’s halt drauf!

Ein riesiges Dankeschön noch an den netten Unbekannten, der uns auf dem Parkplatz aus der Patsche – äh, ich meine natürlich Matsche – geholfen hat. Und äh ja, viel Spaß an die armen Seelen, die noch einen Tag im Matsch verbringen müssen… =:-/

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Ach komm, so schlimm war der Matsch dieses Jahr nicht. Das war letztes Jahr um einiges schlimmer! Man muss nur wissen wo man sein Zelt aufstellt. Dass sie allerdings im Konzertbereich nichts ueber das Gras legen ist mir ein Raetsel ... am Samstag wurde dann Stroh drueber gestreut, was wenig geholfen hat. Es scheint ihnen egal zu sein, kommen sowieso jedes Jahr 50.000 Leute. Vielleicht versuchen sie in den naechsten Jahren noch mehr zu kuerzen. Keine Toiletten mehr vielleicht :-)

Toller Konzertbericht!
Michael S (22.06.11)



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