Hmm… “seltsam”. Das war mein erster Gedanke nach dem Konzert! Einerseits war das Konzert nämlich super toll und klasse, andererseits aber einfach… seltsam. Vermutlich lag das teilweise an dem typischen, distanzierten Hamburger Publikum. Vorne war richtig tolle Stimmung, und die ersten fünf, sechs Reihen machten super mit. Weiter hinten war dagegen absolut tote Hose; zumindest bis dann ein Lied zu Ende war. Dann rastete das Publikum komplett aus und war super laut! Aber während den Liedern passierte halt überhaupt gar nichts… Das kann man als höflich bezeichnen, ich fand’s eher seltsam. =:-/

Dafür war’s gerammelt voll! Ich hab vergessen zu fragen, ob es ausverkauft war, aber ich wüsste nicht, wo noch mehr Leute hingesollt hätten, also geh ich einfach mal davon aus. *g* Und wie schon beschrieben: Das Publikum war laut, wenn auch ein wenig lethargisch.

Die Setliste: Intro, Delikatessen, Djevelens orkester, Señor Torpedo, Veterans klage, Sigøynerblod, Resistansen, Philemon Arthur & The Dung, Din kjole lukter bensin mor, En for orgelet en for meg, Psycho under min hatt, Svarte katter & flosshatter, Sju bøtter tårer er nok Beatrice, Ompa til du dør, Bøn fra helvete, Kontroll på kontintentet, Maestro. Zugabe KGB und Die Polizei.

Zu Beginn mussten Kaizers ECHT arbeiten, um das Publikum zu gewinnen. Frei nach dem Motto “Ja, ihr hier vorne macht toll mit, aber würden die 500 da hinten bitte auch mitklatschen???” =;-) Aber dennoch schafften sie es, das Publikum voll und ganz zu überzeugen! Und obwohl ich zu Beginn Bedenken hatten, ob sie sich von der kühlen Resonanz abschrecken lassen würde, merkte man es ihnen nicht an.

Diesmal wurde verhältnismäßig viel gequatscht. Der Jackal kümmerte sich rührend um das Wohlbefinden seiner Bandkollegen, tupfte ihnen den Schweiß aus dem Gesicht und fächerte ihnen mit einem Handtuch Luft zu. “People always ask me: How do you keep the band together for ten years? Well, the answer is easy: Treat them well!” Und nach einigen weiteren Bemutterungen dann ein leicht resigniertes: “You see, that’s how it’s been like for me for ten years now!” Armer Kerl… *g*

Kurz darauf wollte er dann Sju bøtter tårer er nok, Beatrice starten. Aber alle Versuche, gleichzeitig anzufangen, scheiterten jämmerlich. Die einzige Lösung: Handtuch hochschmeißen, und wenn es landet, fangen alle gleichzeitig an. Denn “the magic is all in the towel!”

Es wurden wieder einige Elemente der letzten Konzerte wiederholt, vor allem Hellraizers Verwirrung in der Pause von Delikatessen, die er wieder sehr ausspielte. Zum Schreien komisch! Und bei Sigøynerblod stieg zumindest einer der Gitarristen auf die Tonne. Andererseits fielen ein paar Details weg: Die Trommel in En for orgelet wurde diesmal nicht ausgepackt, und es gab keine Leinwand im Hintergrund (was vermutlich hauptsächlich daran lag, dass das Uebel & Gefährlich recht niedrig ist und der Backdrop wohl einfach nicht hingepasst hat).

Schon ziemlich zu Beginn wurde dem Jackal offenbar klar, dass die Tour sich dem Ende entgegen neigt, so dass er wehmütig zurückblickte und gleichzeitig ankündigte, dass sie in einem Jahr wiederkommen werden. Yeah!

Leider gab es mittendrin immer wieder Tonprobleme, und das Mikro vom Jackal fiel aus. Das war natürlich nicht so toll, konnte den Konzertspaß aber auch nicht trüben. =:-) Irgendwann beschwerte sich auch mal Hellraizer über ein ausgeschaltetes Mikro, aber der sollte ja auch die Gitarre für sich sprechen lassen. Also bekam er im nächsten Lied gleich mal ein 1:45-minütiges Solo verordnet! Und zwar in Psycho under min hatt, und der Jackal zählte genauestens mit, wie lang das Solo nun schon dauerte.

A propos Solo – Killmaster wandelte sein Solo in Kontroll på kontinentet diesmal in eine Art Harfen- oder Zither-Solo ab… klang sehr seltsam, aber gut. Der Jackal fand es doof: “Say boo for that solo!” Tat nur keiner… =;-) Also wurde noch mal nachgehört, ob uns das echt gefallen hätte?! Und die zwei, die es wie er doof fanden, wurden backstage zum Bier eingeladen.

Gegen Ende dann die Frage, ob wir noch ein Lied hören wollen? Großer Jubel. Oder gar zwei oder drei? Noch größerer Jubel. “Well, just talk to me then, how should I know?”

Wir bekamen dann noch zwei Lieder, bis es Zeit für die Zugaben war. Dort durften wir dann nach KGB zwischen zwei Balladen wählen: Kvite russer und Die Polizei. Die Polizei gewann, was vermutlich gut war, da sonst vermutlich nur die ersten sechs Reihe mitgesungen hätten…

Insgesamt also ein tolles Konzert – trotz hanseatischem Publikum!

Kommentare

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Kommentar:

Ich komme ursprünglich aus Berlin und hatte auch ein bisschen Angst vor dem Konzert, weil der Spaß auf anderen vergangenen Konzerten hier in Hamburg immer durch die Reserviertheit des Publikums vermindert wurde. Das einzige was man dagegen machen kann, ist sich tatsächlich einfach nach vorne zu drängeln und da zu stehen, wo die Menge sichtlich Spaß hat. Die Kaizers-Konzerte in Berlin waren zwar besser, aber dennoch war auch dieses ganz gut geworden. :)
Maike (12.04.11)


Moin, erstmal Danke für Deine super Seite zu den Kaizers. Hab sie zwar jetzt erst entdeckt, aber bin schon ganz hin und weg...
Zum HH-Konzert: Hast Recht, es war etwas seltsam und bestimmt durch "uns" Hanseaten getragen, aber auf der anderen Seite hatte ich auch den Eindruck, dass die Jungs einen kleinen Tourhänger hatten.
Es fehlte etwas die Kaizers Spontanität bzw. die Überaschung. Klar, das eine (Publikum) geht mit dem anderen (Band/Stimmung) einher aber allein solch Kleinigkeiten wie die Vorstellung der Bandmitglieder war erstmal nichts Neues und - wie ich fand - etwas lieblos durchgezogen.
Meine ersten HH-Konzerte der Kaizers im Logo (weltklasse!) und Knust (unvergessen!) sind schwer zu toppen und somit zerrt man davon noch ein wenig.
Dennoch war das 2011-HH-Konzert ein großer Spass.
Dazu noch eine geile neue Kaizers Scheibe - was will man mehr in 2011...Viele Grüße - joerg
joerg (16.04.11)



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